Fachinformation
22.07.2020 Fachbereich Frauen / Familie, Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung, Region Mittelfranken, Familie, Inklusion, Kinder und Jugend

Neue Instrumente bringen den Dialog zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe in Schwung

Dank an die GlücksSpirale!

Seit zwei Jahren arbeiten in Nürnberg verschiedene Arbeitsgruppen, initiiert durch das Sozialreferat, am „Masterplan Inklusion“. Alle Lebensbereiche werden durch engagierte Bürger und durch Fachkräfte auf Barrieren überprüft und für breitere Zielgruppen zugänglich gemacht.

Daneben hat das Jugendamt im letzten Jahr zehn Stellen geschaffen, damit in einem Pilotprojekt in drei Nürnberger Stadtteilen die Eltern und Fachkräfte in Fragen zur Inklusion im Kindesalter beraten werden. In der Aufgabenbeschreibung für diese Fachkräfte stehen Funktionen, auf die wir vom Paritätischen in Mittelfranken schon seit Jahren immer wieder hinweisen: Die Beobachtung und Einschätzung des Unterstützungsbedarfs des Kindes, die Beratung und das Coaching der Kitas und die Einzelfallarbeit mit Eltern, welche auch eine Lotsenfunktion beinhaltet. Kinder und Eltern sollen nicht mehr alleine gelassen werden, wenn Schwierigkeiten entstehen.

Der Paritätische in Mittelfranken hat im Bereich Inklusion soeben eine „Landkarte“ erstellt, die die Hilfen für Kinder im Überblick darstellt. Dieses Instrument wird die Implementierung inklusiver Ansätze gezielt unterstützen.

Gut zu erfassen, gegliedert nach vorschulischen Hilfen und Hilfen ab dem Schuleintritt, nach Kostenträgern, nach konkreter Zielgruppe und der notwendigen Attestierung ist sie ein sehr hilfreiches Instrument für die Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung. Sie beschreibt über mehrere Altersstufen die notwendigen Zugänge, um die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen zu decken. Als dieses Instrument in Fachberaterkreisen vorgestellt wurde, gab es viel Lob von Kolleg*innen und auch vom Jugendamt.

Grundgedanke dieser Übersicht war die Überlegung, wie sich Fachkräfte in den Kindertagesstätten schnell einen Überblick über das vorhandene Hilfesystem verschaffen können, um Eltern eine erste Orientierung zu geben, falls eine Entwicklungsverzögerung oder eine andere Behinderung vorliegen könnte. Gleichzeitig durfte die Orientierungshilfe nicht zu viel Einarbeitungsaufwand erfordern. Daraus entstand dann die Idee eine „Landkarte“ zu erstellen und dazugehörig einen „Reiseführer“, in dem mögliche Angebote genauer beschrieben sind. Nachdem die "Landkarte" bereits in Fachkreisen als sehr hilfreich bewertet wurde, wird der „Reiseführer“ derzeit schrittweise ausgearbeitet.

Insgesamt zeigt sich immer mehr, dass das unterschiedliche Herangehen an Kinder – einerseits personenbezogen (Eingliederungshilfe) andererseits systemisch (Jugendhilfe) – gründliches Wissen verlangt, um die noch getrennten Hilfesysteme zu verstehen und einander näher zu bringen.

Die Mitarbeiter*innen des Paritätischen bilden sich daher regelmäßig fort. In 2020 war ein Höhepunkt die Teilnahme an einer intensiven ICF Fortbildung.

Dadurch können die Mitarbeiterinnen des Paritätischen das dort erworbene Wissen in verschiedene Arbeitskreise und –kontexte einbringen. Gerade für Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe ist dies noch Neuland.

An den vorhandenen Aufgaben, wie z. B. der wachsenden Zahl von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten, der Verbesserung des Übergangs von Kita zur Schule, der Eingliederung von besonderen Menschen in Regelsysteme wird selbstverständlich auch weitergearbeitet.

Durch die Unterstützung der Glückspirale konnte die "Landkarte" für die Hilfen aufgebaut werden. Im nächsten Schritte wird in einem Kooperationsprojekt der "Reiseführer" zur Vertiefung der einzelnen Hilfearten erstellt.

Mit den durch die Glückspirale geförderten Stunden wurden und werden in diesem Prozess Aufgaben übernommen, die sonst nicht geleistet werden könnten. Dafür ein herzliches Dankeschön an die Glückspirale!

Bericht: Peter Mack, Fachberatung Kinder, Jugend, Familie beim Paritätischen Bezirksverband Mittelfranken.

 

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Verantwortlich:
Petra Gemeinholzer, BV Mittelfranken, Sachbearbeitung Zuschuss Landesmittel, Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederbetreuung