Fachinformation
22.03.2018 Region Mittelfranken, Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugend, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Inklusion

Die Glücksspirale finanziert Fachberatungsstunden zur Umsetzung der Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe

"Alle gehören dazu" - in der Praxis wirft dieses Leitmotiv viele ungeahnte Arbeitsfelder, Fragestellungen und Diskussionsbedarfe auf.

Die Themen Inklusion und Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention sind Themen, die sich seit Jahren nur sehr langsam entwickeln. Mit jedem Schritt entstehen neue Fragestellungen, neue Aspekte und neue Zielgruppen. Mit den bisherigen Strukturen konnte der Paritätische diesen Herausforderungen nicht mehr gerecht werden. Deshalb ist die Unterstützung der Glücksspirale an dieser Stelle so wertvoll. Nur wenn es möglich ist, den Alltag nicht nur zu bewältigen, sondern auch zu gestalten, kann die Inklusion Gestalt annehmen und allen Kindern und Jugendlichen eine lebenswerte Zukunft bieten. Dazu gehört es, dass über sinnvolle Strukturen beraten wird und man sich über neue Formen der Zusammenarbeit austauscht. Dazu müssen Fachkräfte geschult, Eltern gestärkt und Arbeitsprozesse und Räumlichkeiten den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Die Glücksspirale unterstützt hier den Paritätischen in Mittelfranken, indem sie die Stundenaufstockung der Fachberatung finanziert, die auf verschiedenen Ebenen genau diese Prozesse fördert.

Wurden bisher die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung als Zielgruppe gesehen, für die erweiterte Möglichkeiten der Teilhabe geschaffen werden müssen, zeigte sich schnell, dass die Fachkräfte, die in neuen Strukturen arbeiten sollen, trotz bestem Willen deutlich überfordert sind. Begrenzungen werden in räumlichen Ausstattungen, in Zeitbudgets, aber auch im Mangel an Know-How erlebt. Viele Alltagssituationen verunsichern das Fachpersonal – beginnend beim Umgang mit Kindern, bei denen die Sehfähigkeit eingeschränkt ist, hin zu den steigenden Zahlen von Autismus oder den immer stärker werdenden Dissozialitäten. Wie verhalte ich mich richtig? Wie fördere ich das Kind bestmöglich? Wie kann ich trotz eingeschränkter Räumlichkeiten ein gutes Angebot für alle Kinder erstellen? Diese Alltagsfragen müssen beantwortet werden, damit die Fachkräfte Orientierung erhalten.

Als weitere Zielgruppe rücken die Eltern in den Fokus. Es ist in vielen Fällen nicht selbstverständlich, dass Eltern an den Entwicklungsprozessen des Kindes beteiligt sind. Vor allem muss endlich mit der Erziehungspartnerschaft Ernst gemacht werden. Das heißt, dass professionelle Helfer, Eltern und freiwillige Helfer gleichberechtigt miteinander zum Wohl des Kindes arbeiten. Wo können Eltern ihre Kompetenzen, ihr Wissen um das Kind im Kindergartenalltag einbringen? Eltern müssen sich stärker als wertvoll für die Entwicklung ihrer Kinder erleben. Nur wenn die Mutter der Erzieherin vertraut, wird sich das Kind öffnen. Dieses Vertrauen ist die Grundlage für alles weitere Handeln.

Wissenspool durch Austausch

In mehreren Arbeitskreisen wird durch Austausch Wissen für Interessierte und Verantwortliche verfügbar gemacht. Es entstehen Vernetzung und gegenseitige Qualifizierung. Wichtig ist die Einbindung aller Beteiligter; in diesem Fall der Eltern, der Fachkräfte, der Fachberater, der Kostenverantwortlichen, aber auch der Öffentlichkeit und der Politik. Häufig sind es nicht Vorurteile, sondern Wissensdefizite, die gute Lösungen verhindern.

Qualifizierung

Für Inklusive Maßnahmen werden Menschen mit guter Ausbildung und mit Empathie benötigt. Damit eine gewisse Grundqualifikation erreicht wird, gibt es Überlegungen, Zertifikate zu erarbeiten und die Qualifizierung dieser Kräfte genauer zu beschreiben. Hier wird weiterhin die Zusammenarbeit mit erfahrenen Bildungsträgern wie der Gemeinnützigen Gesellschaft für Soziale Dienste GGSD gesucht.

Beratung der Mitgliedsorganisationen, Vernetzung und Initiierung von Projekten

Den Mitgliedsorganisationen wird möglichst viel Wissen, die entstandenen Netzwerke und deren Kontakte sowie die Beratung ihrer Organisation zur Verfügung gestellt, um neue Projekte zu planen, zu realisieren und im Alltag zu erproben.

Alle gehören dazu ...

… ist das Motto, unter dem verschiedenste Projekte im Paritätischen mit der gemeinsamen Zielsetzung verbunden sind, die Inklusion zu fördern. Wie wichtig und richtig diese Aussage tatsächlich ist, zeigt sich an jedem kleinen Schritt. Die unterschiedlichen Prozesse müssen sich auch zukünftig danach auszurichten, die Beteiligten ausreichend zu qualifizieren, einzubinden und eine gemeinsame Zielsetzung für alle festzuschreiben. Dies gilt im Kindergartenalltag, im Alltagsleben der Kinder mit ihren Eltern und Freunden, aber genauso ist es ein Bild für eine Inklusive Welt unter Erwachsenen, älteren und jüngeren Menschen.

Durch die finanzielle Unterstützung der Glücksspirale kann im Jahr 2018 der begonnene Weg weiter beschritten werden, am Erreichten weitergearbeitet und wichtiges Neues angedacht und verfolgt werden. Herzlichen Dank an die Adresse der Glücksspirale!

Autor: Peter Mack, Fachberater Kinder- und Jugendhilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Bezirksverband Mittelfranken in Nürnberg

PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband

Landesverband Bayern e.V.

Bezirksverband Mittelfranken

Spitalgasse 3, 90403 Nürnberg

Tel. 0911  20 565 - 0

Region Mittelfranken, Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugend, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Inklusion

Verantwortlich:
Petra Gemeinholzer, BV Mittelfranken, Sachbearbeitung Zuschuss Landesmittel, Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederbetreuung